Trainings A - Einfaches Lautleseverfahren I PDF DOWNLOAD

(hierarchieniedrige Leseprozesse)
Förderdimension II (Buchstaben- Wort- und Satzerkennung)
und III (Sinnbildung über wenige Sätze)

Material 4.3.2 - 1. und 2. Klasse sowie ältere Risikoschüler

Lesetheoretische Anmerkungen

Lautlese-Verfahren“ sind explizite Partner-Trainingsformen, bei denen die Schülerinnen und Schüler durch das (halb)laute Vorlesen von kurzen Textabschnitten ihre Lesefähigkeit bei der Worterkennung, der Verbindung von Wortfolgen im Satzzusammenhang und beim Inhaltsverstehen von Satzfolgen  verbessern können. Dieses Training wird stets mit einem Lesepartner durchgeführt.

Das einfache Lautleseverfahren ist vor allem für die zwei hierarchieniedrigen Leseprozesse geeignet (Förderdimension II) Wort- Satzebene und (Förderdimension III) Sinnbildung über wenige Sätze.

Einfaches Lautleseverfahren

Erläuterungen

Paired Reading bzw.

Lautlese-Tandems

Anfänglich stellt die Lehrperson Texte zur Verfügung. Später, wenn die Schüler routinierter sind, können sie auch selbst Texte aussuchen.

  1. Die Tandems setzen sich aus einem lesestärkeren (Lesetrainer) und einem leseschwächeren Schüler (Lesesportler) zusammen.
  2. Der Lesetrainer ist für seinen „Sportler“ verantwortlich und der Lesesportler muss auf seinen Trainer hören.
  3. Das Tandem sitzt eng beieinander und hat nur einen kurzen Text vor sich liegen.
  4. Auf ein Zeichen hin (1-2-3) beginnen beide Partner mit der synchronen halblauten Lektüre des Textes. Der Lesetrainer führt die Zeilen mit dem Finger mit.
  5. Verbesserungsroutine-A
    Bei Verlesungen des Lesesportlers greift eine erste Verbesserungsroutine: Der Lesesportler wird vom Trainer gestoppt und hat 4 Sekunden Zeit sich zu verbessern.
  6. Findet keine Selbstkorrektur statt, deutet der Lesetrainer auf das falsch gelesene Wort, liefert die korrekte Aussprache und erklärt bei Bedarf den Wortinhalt. Dann liest der Lesesportler die Stelle/das Wort nochmals laut vor.
  7. Das Synchrone Lesen geht dann vom Satzanfang aus weiter.
  8. Verbesserungsroutine-B
    Die zweite Regel, die Alleine-Lesen-Routine, greift dann, wenn der Lesesportler längere Zeit ohne Fehler liest und sich – bestärkt durch das Lob des Trainers – sicherer fühlt. Der Trainer stupst den Lesesportler leicht an, was bedeutet, dass er nun alleine weiter lesen kann. Dies geht solange, bis wieder Verlesungen auftreten.
  9. Nach einer Woche Üben kann ein kleiner Vorlesewettbewerb stattfinden. Sieger sind alle, die sich verbessert haben.