Trainings B - Erweitertes Lautleseverfahren I PDF DOWNLOAD

(hierarchiehöhere Leseprozesse)

Förderdimension IV (Sinnbildung über den ganzen Text)

Material 4.4.1 - 2. bis 6. Klasse

Lesetheoretische Anmerkungen

„Lautlese-Verfahren“ sind explizite Partner-Trainingsformen, bei denen die Schülerinnen und Schüler durch (halb)lautes synchrones Vorlesen von kurzen Textabschnitten ihre Lesefähigkeit bei der Worterkennung, der Verbindung von Wortfolgen im Satzzusammenhang und beim Inhaltsverstehen von Satzfolgen verbessern können. Dieses Training wird stets mit einem Lesepartner durchgeführt.

Das Lautleseverfahren ist vor allem für die Sinnbildung über einen ganzen Text geeignet. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich die Schüler diskursiv über ihre Verstehensprobleme austauschen. Das synchrone Lautlesen fokussiert dabei die Arbeit und leitet das gemeinsame Denken.

Lautleseverfahren - 2

Erläuterungen

Einfaches

Lautlese-Verfahren wie in 4.3.2

Im „Einfachen Lautleseverfahren“ werden zwei Verbesserungsroutinen beschrieben:

Verbesserungsroutine-A
Bei Verlesungen des Lesesportlers greift eine erste Verbesserungsroutine: Der Lesesportler wird vom Trainer gestoppt und hat 4 Sekunden Zeit sich zu verbessern.

Verbesserungsroutine-B
Die zweite Regel, die Alleine-Lesen-Routine, greift dann, wenn der Lesesportler längere Zeit ohne Fehler liest. Der Trainer stupst den Lesesportler leicht an, was bedeutet, dass er nun alleine weiter lesen kann. Dies geht solange, bis wieder Verlesungen auftreten.
Erweitertes Lautleseverfahren

Im „Erweiterten Lautleseverfahren“ arbeiten nicht mehr Lesetrainer und Lesesportler zusammen sondern zwei gleichberechtigte Lesepartner. Sie lesen synchron halblaut einen Text und unterbrechen sich mit „stopp“, wenn Verstehensprobleme auftreten.

  1. „Stopp, ich verstehe diesen Begriff, dieses Wort nicht!“
  2. „Stopp ich erkenne hier im Satz den Sinn nicht!“
  3. „Stopp, Ich weiß gar nichts über den Inhalt des Absatzes!“
  4. „Stopp, ich verstehe den Zusammenhang zwischen den Absätzen nicht!“
  5. „Stopp, ich verstehe nicht, was der ganze Text aussagt!“
In diesem Verfahren sollen sich die Schüler bei Verstehens-problemen beraten. Dabei geht es vor allem um das Verstehen des ganzen Textes. Der Diskurs erbringt mehr Verständnis. Das synchrone Lesen fokussiert die gemeinsame Verstehensarbeit.

Lautleseprotokoll

(siehe Protokollblatt)
Im Lautleseprotokoll (evtl. nur in Stichpunkten) halten die Schülerinnen und Schüler ihre Diskussion und die Ergebnisse fest.