Trainings B - Erweiterte Lesestrategien I PDF DOWNLOAD

Förderdimension IV (Sinnbildung über den ganzen Text)

Material 4.4.2 - 2. bis 6. Klasse

Lesetheoretische Anmerkungen

Lesestrategien sind „mentale Werkzeuge“ um Verstehensleistungen gezielt zu erleichtern. Lesestrategien geben Schülern Methoden an die Hand, mit dessen Hilfe Inhaltszusammenhänge leichter verstanden werden können. Sie regen an, über den Text differenziert nachzudenken. „Nur-lesen-ohne-denken“ wird damit vermieden. Die Zusammenhänge zwischen expliziten Textinformationen, Sinnleerstellen und Kontextwissen werden durch die erweiterten Lesestrategien deutlicher gemacht.

Erweiterte
Lesestrategien

Erläuterungen

Materialien

1. Vorwissen aktivieren

Kontext klären
Erwartungen formulieren

(täglich üben)

Aktiviertes Vorwissen erhöht die Lesemotivation und das Textverstehen. Viele Texte sind ohne Kontextwissen gar nicht nachvollziehbar.

  • „Was weißt du schon über das Thema?“
  • „Welche Erfahrung hast du mit dem Thema?“
  • „Was hast du zum Thema schon gelesen?“
  • „Was willst du vom Text erfahren?“

Leseförderung Maiß-Verlag

Sigel/Feneberg

2. Schlüsselwörter
gelb, unbekannte Begriffe
orange markieren sowie
Pronomen zuordnen

(täglich üben)

Bei jedem Text werden 5 - 10 „wichtige“ Begriffe – meist nach dem ersten Lesen – markiert. Wesentlich ist, dass die Auswahl in PA/GA/KG diskutiert und begründet wird. Schlüsselwörter bestimmen ist komplex und bedarf täglicher Übung.

  • „Markiere die 5 wichtigsten Begriffe!“
  • „Markiere jene 5 Wörter, mit denen du den Text
    gut nacherzählen kannst!“
  • „Markiere alle unbekannten Begriffe und suche
    in PA/GA nach Lösungen!“
  • „Suche vier unklare Pronomen und ordne sie den richtigen Nomen zu!“

Leseförderung Maiß-Verlag

Sigel/Feneberg

3. schwierige Textstellen
selbstgesteuert aufhellen

(täglich üben)

Die Strategie hängt eng mit dem Faktor Anstrengungsbereitschaft zusammen (siehe Kapitel 6).

  • „Lies die Textstelle nochmals!“
  • „Lies die Textstelle nochmals langsam!“
  • „Springe im Text und suche Zusatzinfos!“
  • „Besprich dich mit deinem Nachbarn!“
  • „Stell eine Hypothese auf und lies weiter!“

Evtl. ein Plakat mit diesen fünf Verstehensschritten aufhängen!

4. Fragen und Multiple-
Choice-Fragen
beantworten und auch
selbst entwickeln

1-2 mal je Woche üben

  • „Beantworte die Fragen!“
  • „Formuliere für deinen Nachbarn Fragen die  
    durch den Text beantwortet werden!“
  • „Formuliere leichte, schwere oder lustige
    Multiple-Choice-Fragen für deinen Nachbarn!“
  • „Formuliere Fragen zu Textstellen, die du nicht
    verstehst und kläre sie mit deinem Nachbarn,
    mit Lexika, mit Experten und mit dem Internet!“

 

Texte Maiß-Verlag

Sigel/Feneberg

5. Zwischenüberschriften
zu Absätzen formulieren

1-2 mal je Woche üben 

  • „Stelle fest, wie viele Absätze es im Text gibt!“
  • „Schreibe auf den Block oder in den Text eine  Zwischenüberschrift!“
  • „Lies dafür den Absatz dreimal durch, markiere drei  Schlüsselwörter und vergleiche deinen Idee mit deinem Nachbarn!“
  • „Begründe deine Formulierung!“

 

Texte Maiß-Verlag

Sigel/Feneberg

6. Zusammenfassungen auf
Basis von Stichworten
oder mit Fließtext
2 mal je Woche üben 

  • „Fasse den Text mündlich mit Hilfe von 3/4/5/6/7/8/9/10 Stichworten zusammen!“
  • „Fasse den Text mit 3/4/5/6/7/8/9/10 Sätzen schriftlich zusammen!“ (sehr geeignet als HA)

 

7. Kurzreferat zum
Textinhalt oder zu einem
Textteil erstellen und
vortragen
1 mal je Woche üben 

Im Gegensatz zur Zusammenfassung kann im Kurzreferat das Thema breiter und mit zusätzlichen externen Informationen gestaltet werden. Hier biete sich stets PA oder GA an, da dadurch die kognitive Auseinandersetzung intensiver ist. Bei Zeitmangel können Kurzreferate auch in der Gruppe vorgetragen werden.

 

8. Mindmap, Skizze oder
Grafik zum Text erstellen

1mal je Woche üben 

Die Mindmap stellt eine strukturierte Gesamtzusammenfassung dar. Eine Skizze zum Text kann die Schlüsselstelle aufzeigen und eine Grafik kann Details visuell aufzeigen.

 

9. Text ergänzen, weiter-  
denken oder den Schluss
verändern
2 mal je Monat üben 

Hierfür muss der Text in seiner Ganzheit verstanden werden. Diese Strategie erfordert zusammenhängendes Denken und enthält auch (sprach-) kreative Elemente.

 

Erfolgskriterien

  1. genaue und detaillierte Einführung
  2. üben, üben, üben – unverzichtbar
  3. auch als HA intensiv einplanen