Trainings B - Flankierende Lernverfahren I PDF DOWNLOAD

Material 4.4.3 - 1.bis 7. Klasse

Lesetheoretische Anmerkungen

Einen Text technisch lesen können (dekodieren) ist die Voraussetzung für sinnverstehendes Lesen. Aber mit Sinnverstehen hat dies noch nichts zu tun. Sinnverstehen bedeutet immer, dass kognitive Prozesse (= Wahrnehmung, Denken, Lernen, Erinnern) in Gang gebracht werden. Lesende Menschen bauen vielfältige Konstruktionen von Zusammenhängen und Sinn auf und das ist außerordentlich komplex. Je mehr dabei mit anderen gesprochen wird, je mehr mentaler Austausch stattfindet, je mehr Informationen verknüpft werden können desto tiefer geht das Sinnverstehen.

Schülerinnen und Schüler benötigen für diese mentalen Prozesse Anregungen, sie brauchen Lernsituationen, die Gespräche und Austausch fördern und sie wünschen sich immer wieder Lernmethoden, die motivierend sind und Spaß machen.

Flankierende Lernverfahren

Erläuterungen

Gespräche ermöglichen

PA/GA/KG
Texte verstehen geht besser, wenn man mit anderen darüber spricht. Klassengespräche sind nötig, aber sie ermöglichen nur wenigen Kindern eine wirkliche mentale Beteiligung. PA und GA sind hier viel effektiver. Es geht beim Verstehen auch immer um folgende Prozesse : über das Gelesene sprechen, sich sachlich austauschen, andere Ansichten hören und Hilfe bekommen. Fazit: Es gilt viele Gesprächssituationen nach und während des Lesens zu ermöglichen.
Tutorenrollen vorsehen

Jemand anderen etwas beibringen, ihm vorzulesen oder etwas genau erklären, das hilft den „Tutorenschülern“ sowie den Tutoren selbst. Beide Seiten lernen bei diesem Lernarrangement Substantielles. Folgende Tutorenrollen machen Sinn:

  • Tandems bei Lautleseverfahren
  • Vorlesen in einer niedrigeren Jahrgangsstufe
  • Vorlesen im Kindergarten
Förderung von Expertinnen und Experten zu bestimmten Themenbereichen. 

Expertenwissen

aufbauen
Manche Kinder haben bereits ein spezifisches Expertenwissen, andere haben Interessen, aus denen Expertenwissen erwachsen kann. Es kommt darauf an, in der Klasse Expertenwissen entstehen zu lassen, welches dann den anderen Schülern „auf Augenhöhe“ vermittelt werden soll.
interessengeleitetes
Lesen vielfältig
ermöglichen
Wenn Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bekommen, Texte und Bücher aus ihren Interessenbereichen zu lesen, dann entsteht ganz von selbst eine intrinsische Lesemotivation.Wenn Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bekommen, Texte und Bücher aus ihren Interessenbereichen zu lesen, dann entsteht ganz von selbst eine intrinsische Lesemotivation.