Lesekompetenz

Einleitung

Aber warum Theorie für Praktikerinnen und Praktiker? Brauchen wir das? Warum müssen wir Lehrerinnen und Lehrer die Theoriemodelle von Lesekompetenz überhaupt so genau kennen? Weil wir über dieses Wissen die jeweils passenden Diagnose- und Förderentscheidungen begründeter und zielgenauer treffen können! Zudem liefert die Leseforschung über erstaunlich viele Studien hinweg weltweit Ergebnisse, die die Leseförderung in jedem Klassenzimmer effektiver machen kann.


Lesen ist eine vielfältige Tätigkeit und stellt höchste mentale Ansprüche. Das Leseverstehen fordert das Herstellen von Sinnzusammenhängen (Kohärenz). Will man den Sinn eines Textes verstehen, genügt es meist nicht, nur die explizit im Text vorkommenden Informationen zu erkennen und zu speichern. Man muss zudem Informationen aus dem eigenen Wissens- und Erfahrungsbereich, die nicht ausdrücklich im Text stehen, permanent gedanklich ergänzen, um ein wirkliches Textverständnis entwickeln zu können.

Um eine hohe Lesekompetenz zu erreichen, gilt es, vielfältige Fähigkeiten zu entwickeln. Dies beginnt bereits im Vorschulalter und steht in einem engen Zusammenhang mit guten Sprachkompetenzen. Lesekompetenzerwerb im weiteren Sinne basiert auf zwei unterschiedlichen Konzeptionsansätzen, die im Folgenden kurz skizziert werden.