Lesestandards

2. Bildungsstandards im Fach Deutsch – Lesen – 4. Jahrgangsstufe

In der Kultusministerkonferenz haben sich 2004 die Bundesländer auf eine Liste von Bildungsstandards im Bereich Lesen geeinigt. Diese Lesestandards sollen am Ende der 4. Jahrgangsstufe von den Schülerinnen und Schülern erreicht werden. Die folgenden Bildungsstandards sind aus dem Beschluss der KMK vom 15.10.2004 zitiert.

 

Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4)

(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004)

3. Standards für die Kompetenzbereiche des Faches Deutsch

3.3 Lesen – mit Texten und Medien umgehen

Über Lesefähigkeiten verfügen:

  • altersgemäße Texte sinnverstehend lesen,
  • lebendige Vorstellungen beim Lesen und Hören literarischer Texte entwickeln.

Über Leseerfahrungen verfügen:

  • verschiedene Sorten von Sach- und Gebrauchstexten kennen,
  • Erzähltexte, lyrische und szenische Texte kennen und unterscheiden,
  • Kinderliteratur kennen: Werke, Autoren und Autorinnen, Figuren, Handlungen,
  • Texte begründet auswählen,
  • sich in einer Bücherei orientieren,
  • Angebote in Zeitungen und Zeitschriften, in Hörfunk und Fernsehen, auf Ton- und Bildträgern sowie im Netz kennen, nutzen und begründet auswählen,
  • Informationen in Druck – und wenn vorhanden – elektronischen Medien suchen,
  • die eigene Leseerfahrung beschreiben und einschätzen.

Texte erschließen:

  • Verfahren zur ersten Orientierung über einen Text nutzen,
  • gezielt einzelne Informationen suchen,
  • Texte genau lesen,
  • bei Verständnisschwierigkeiten Verstehenshilfen anwenden: nachfragen, Wörter nachschlagen, Text zerlegen,
  • Texte mit eigenen Worten wiedergeben,
  • zentrale Aussagen eines Textes erfassen und wiedergeben,
  • Aussagen mit Textstellen belegen,
  • eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen und mit anderen über Texte sprechen,
  • bei der Beschäftigung mit literarischen Texten, Sensibilität und Verständnis für Gedanken und Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen zeigen,
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Texten finden,
  • handelnd mit Texten umgehen: z.B. illustrieren, inszenieren, umgestalten, collagieren.

Texte präsentieren:

  • selbst gewählte Texte zum Vorlesen vorbereiten und sinngestaltend vorlesen,
  • Geschichten, Gedichte und Dialoge vortragen, auch auswendig,
  • ein Kinderbuch selbst auswählen und vorstellen,
  • verschiedene Medien für Präsentationen nutzen,
  • bei Lesungen und Aufführungen mitwirken.

Die oben beschriebenen Bildungsstandards korrespondieren eng mit den in der „Internationalen-Grundschul-Leseuntersuchung“ verlangten Leseverstehensleistungen. Bos u.a. (2008, S. 91) weisen allerdings zu recht darauf hin, dass die Formulierung von nationalen Bildungsstandards alleine nicht ausreicht, um Förderkonzeptionen gemäß der Lernbedürfnisse einzelner Schülergruppen zu entwickeln. Dazu bedarf es der Differenzierung der Bildungsstandards, die in Verbindung mit fachspezifischer Unterrichtsentwicklung steht (wie beim Weiterbildungsprojekt „wir-foerdern-lesen.de“). Eine Aufschlüsselung der Bildungsstandards nach

  • Mindeststandards
  • Regelstandards
  • Maximalstandards

ist zwingend nötig, auch um die Förderarbeit der Lehrkräfte diagnostisch zu strukturieren.