1.1.1 Gestaltungsebenen wahrnehmen

Insgesamt spielen vier Gestaltungsebenen eine wesentliche Rolle auf dem Weg zu einer effektiven Leseschule. Im Mittelpunkt steht hierbei die Unterrichtsentwicklung – die Kern-Herausforderung fussnote jeder Schule (Fend, 1998, S.377): „Im Mittelpunkt der Qualitätsüberlegungen muss eine hohe Qualität des Lehrens stehen ... Die Qualität des Bildungswesens ergibt sich nämlich letztlich daraus, ob es gelingt, die Schule für möglichst alle Schüler zu produktiven Räumen ihrer Entwicklung werden zu lassen." Gute Praktiker kümmern sich in erster Linie um den Unterricht. Guter Unterricht flankierende Unterstützungsebenen voraus. Hier hat die Schulentwicklungsforschung wichtige Daten in den letzten drei Jahrzehnten geliefert. Schulentwicklung ist nach Kempfert/Rolff fussnote (1999, S. 19) der „Systemzusammenhang von Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung" aus der Perspektive ‚Einzelschule'. Vielfache Studien fussnote haben nachgewiesen, dass sich Unterrichtsqualität in den einzelnen Klassen dann entwickelt wenn sich a) die ganze Schule auf den Weg macht und b) eine systematische Organisationsentwicklung auf den Weg gebracht wird, die möglichst viele Beteiligte aktiv mit einbezieht. In Bezug auf ein Projekt ‚Leseschule' ergeben sich vier Gestaltungsebenen.

 

 

Auf diesen vier Ebenen finden sich differenzierte und vielfältige Entwicklungsaufgaben, die von der Einzelschule gemeistert werden müssen. Es handelt sich um ein komplexes Konstrukt, das mindestens zwei bis drei Jahre benötigt, um real eine erfolgreiche und fachlich wie kulturelle etablierte Leseschule zu werden und auch zu bleiben.